From 7b791c5977f40248fbd960deba6ac2c33e4aa35d Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: cschlaefke Date: Sat, 18 Jul 2026 21:46:18 +0200 Subject: [PATCH] =?UTF-8?q?Doku:=20Forgejo-Setup=20auf=20Coolify=20umgeste?= =?UTF-8?q?llt,=20Server-Absicherung=20erg=C3=A4nzt?= MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit Co-Authored-By: Claude Fable 5 --- docs/git-forgejo.md | 152 ++++++++++++++++++++++++++++++++------------ 1 file changed, 113 insertions(+), 39 deletions(-) diff --git a/docs/git-forgejo.md b/docs/git-forgejo.md index 15261cf..788699d 100644 --- a/docs/git-forgejo.md +++ b/docs/git-forgejo.md @@ -1,58 +1,132 @@ -# Git-Hosting mit Forgejo auf dem Hetzner-VPS +# Git-Hosting: Forgejo über Coolify auf dem Hetzner-VPS -Forgejo ist ein leichtgewichtiger, quelloffener Git-Server mit Web-Oberfläche (Fork von Gitea): Repositories, Issues, Releases — wie ein privates GitHub auf deinem eigenen Server. +**Forgejo** ist ein leichtgewichtiger, quelloffener Git-Server mit Web-Oberfläche (Fork von Gitea) — wie ein privates GitHub auf deinem Server. **Coolify** ist eine selbst gehostete Deployment-Plattform: Dienste wie Forgejo werden per Vorlage angelegt, Coolify kümmert sich um Docker, Reverse-Proxy, HTTPS-Zertifikate und Backups — statt handgepflegter `docker-compose.yml`-Dateien. -## 1. Forgejo per Docker Compose installieren (auf dem VPS) +Da der Server öffentlich im Internet steht, gehört die Absicherung fest zur Einrichtung — sie ist in jedem Schritt mit eingebaut, plus eine Checkliste am Ende. -Auf dem VPS z. B. unter `/opt/forgejo/docker-compose.yml`: +--- -```yaml -services: - forgejo: - image: codeberg.org/forgejo/forgejo:12 - container_name: forgejo - restart: unless-stopped - environment: - - USER_UID=1000 - - USER_GID=1000 - volumes: - - ./data:/data - - /etc/timezone:/etc/timezone:ro - - /etc/localtime:/etc/localtime:ro - ports: - - "3000:3000" # Web-UI (dahinter Reverse-Proxy mit HTTPS setzen) - - "2222:22" # SSH für git push/pull -``` +## 0. Voraussetzungen + +- Hetzner-VPS mit Ubuntu/Debian, Root- bzw. sudo-Zugang per SSH +- Eine Domain, deren DNS du verwalten kannst. Lege zwei A-Records auf die VPS-IP an: + - `coolify.deine-domain.de` → Coolify-Dashboard + - `git.deine-domain.de` → Forgejo +- Mindestens ~2 GB RAM frei (Coolify selbst braucht ~1 GB; Forgejo ist genügsam) + +## 1. Server-Grundabsicherung (vor allem anderen) + +**SSH härten** — Anmeldung nur per Schlüssel, nie per Passwort: ```bash -cd /opt/forgejo && docker compose up -d -``` - -Dann `http://:3000` öffnen → Ersteinrichtung durchklicken (SQLite als Datenbank reicht völlig) → Admin-Konto anlegen. - -**Empfohlen:** Wie bei deinen anderen Diensten einen Reverse-Proxy (Caddy/Traefik/nginx) mit HTTPS davorschalten, z. B. `git.deine-domain.de`, und Port 3000 nicht öffentlich lassen. In den Forgejo-Einstellungen die Registrierung deaktivieren (`Site Administration → Configuration`), da nur du den Server nutzt. - -## 2. SSH-Schlüssel hinterlegen (auf dem Mac) - -```bash -# Vorhandenen Schlüssel anzeigen (oder mit ssh-keygen -t ed25519 neu erzeugen) +# Auf dem Mac: öffentlichen Schlüssel anzeigen (falls keiner existiert: ssh-keygen -t ed25519) cat ~/.ssh/id_ed25519.pub +# Auf dem VPS in ~/.ssh/authorized_keys eintragen (falls noch nicht geschehen) ``` -Inhalt in Forgejo unter **Einstellungen → SSH-Schlüssel** einfügen. +Dann auf dem VPS in `/etc/ssh/sshd_config` prüfen/setzen und `sudo systemctl restart ssh`: -## 3. Repository anlegen und Planty pushen +``` +PasswordAuthentication no +PermitRootLogin prohibit-password +``` -In der Forgejo-Web-UI: **Neues Repository** → Name `planty` → **ohne** README/Lizenz initialisieren (das Repo existiert lokal schon). Dann auf dem Mac: +**Wichtig:** Teste in einem *zweiten* Terminal, dass der SSH-Login noch funktioniert, bevor du das erste schließt. + +**Firewall** — am einfachsten die **Hetzner Cloud Firewall** (Cloud Console → Firewalls), sie greift schon vor dem Server. Eingehend nur: + +| Port | Protokoll | Zweck | +| --- | --- | --- | +| 22 | TCP | SSH zum Server (Administration) | +| 80 | TCP | HTTP (nur für Let's-Encrypt-Zertifikate und Umleitung auf HTTPS) | +| 443 | TCP | HTTPS (Coolify-Proxy: alle Web-Oberflächen) | +| 2222 | TCP | Git-SSH zu Forgejo (`git push/pull`) | + +Alles andere bleibt zu — insbesondere **8000** (Coolify-Dashboard, siehe Schritt 2) und **3000** (Forgejo-Weboberfläche; sie läuft nur intern hinter dem Proxy). Alternativ ohne Cloud Firewall: `ufw` mit genau diesen vier Regeln (`ufw allow 22,80,443,2222/tcp && ufw enable`). + +**Updates automatisieren:** + +```bash +sudo apt install unattended-upgrades && sudo dpkg-reconfigure -plow unattended-upgrades +``` + +## 2. Coolify installieren und absichern + +Falls Coolify noch nicht läuft: + +```bash +curl -fsSL https://cdn.coollabs.io/coolify/install.sh | sudo bash +``` + +Direkt nach der Installation ist das Dashboard unter `http://:8000` erreichbar — **öffne es sofort und lege den Admin-Account an** (wer zuerst kommt, ist Admin!). Falls Port 8000 durch die Firewall aus Schritt 1 schon zu ist: Port kurz für deine eigene IP freigeben, Account anlegen, wieder schließen. + +Dann absichern: + +1. **Eigene Domain fürs Dashboard:** In Coolify → *Settings* → *Instance Domain* → `https://coolify.deine-domain.de` eintragen. Coolify holt automatisch ein Let's-Encrypt-Zertifikat; das Dashboard läuft ab dann verschlüsselt über Port 443. +2. **Port 8000 endgültig schließen** (Firewall-Regel entfernen bzw. gar nicht erst anlegen). +3. **Registrierung deaktivieren:** *Settings* → „Registration Enabled" ausschalten — sonst kann sich jeder im Internet einen Account auf deinem Coolify anlegen. +4. **Zwei-Faktor-Authentifizierung** für deinen Account aktivieren (Profil → Two-factor Authentication). + +## 3. Forgejo als Coolify-Service anlegen + +1. In Coolify: **Projects → dein Projekt → + New → Service** → in der Vorlagen-Liste **Forgejo** wählen (Variante mit SQLite reicht für einen Einzelnutzer völlig; Postgres wäre Overkill). +2. Im Service unter **Domains** für den Web-Container `https://git.deine-domain.de` eintragen → HTTPS-Zertifikat kommt automatisch. +3. **Git-SSH-Port freischalten:** Im Service unter *Ports Mappings* den Container-Port `22` auf Host-Port `2222` mappen (Eintrag `2222:22`). Ohne dieses Mapping funktioniert nur HTTPS-Klonen — auch okay, aber SSH ist bequemer. +4. **Umgebungsvariablen** (Environment Variables) des Forgejo-Containers ergänzen — so ist Forgejo schon beim ersten Start korrekt konfiguriert: + +``` +FORGEJO__service__DISABLE_REGISTRATION=true # niemand außer dir kann Accounts anlegen +FORGEJO__server__DOMAIN=git.deine-domain.de +FORGEJO__server__ROOT_URL=https://git.deine-domain.de/ +FORGEJO__server__SSH_DOMAIN=git.deine-domain.de +FORGEJO__server__SSH_PORT=2222 # damit angezeigte Clone-URLs den richtigen Port enthalten +``` + +5. **Deploy** klicken. Danach `https://git.deine-domain.de` öffnen → Ersteinrichtung bestätigen (die Werte sind durch die Variablen schon richtig) → **Admin-Konto anlegen**. + +## 4. Forgejo absichern + +- **2FA aktivieren:** Einstellungen → Sicherheit → Zwei-Faktor-Authentifizierung (z. B. mit derselben Authenticator-App wie für Coolify). +- **Kontrolle Registrierung:** Site Administration → Configuration — „Registrierung deaktiviert" muss aktiv sein (kommt aus der Umgebungsvariable). +- Da Forgejo nur über den Coolify-Proxy (HTTPS) und Port 2222 (Git-SSH mit Schlüssel) erreichbar ist, ist die Angriffsfläche damit klein: kein offenes Web-Registrierungsformular, keine Passwort-Logins über SSH. + +## 5. SSH-Schlüssel hinterlegen und Planty pushen + +In Forgejo: **Einstellungen → SSH/GPG-Schlüssel** → Inhalt von `~/.ssh/id_ed25519.pub` (vom Mac) einfügen. + +Dann in der Web-UI **Neues Repository** → Name `planty` → **ohne** README/Lizenz initialisieren (das Repo existiert lokal schon). Auf dem Mac: ```bash cd ~/Documents/Projekte/Planty -git remote add origin ssh://git@:2222//planty.git +git remote add origin ssh://git@git.deine-domain.de:2222//planty.git git push -u origin main ``` -Ab dann genügt nach jedem Arbeitsstand ein `git push`. +Ab dann genügt nach jedem Arbeitsstand ein `git push`. Test: Die Dateien erscheinen unter `https://git.deine-domain.de//planty`. -## 4. Backup nicht vergessen +## 6. Backups -Der Ordner `/opt/forgejo/data` enthält alles (Repos + Datenbank). Nimm ihn in dein bestehendes VPS-Backup auf — zusammen mit der lokalen Kopie auf dem Mac hast du dann immer zwei vollständige Stände. +Zwei Ebenen, beide einrichten: + +1. **Hetzner-Snapshots/Backups:** In der Hetzner Cloud Console automatische Server-Backups aktivieren (kostet ~20 % des Serverpreises, sichert den ganzen Server inkl. Coolify und aller Dienste). +2. **Forgejo-Daten gezielt:** Die Forgejo-Daten liegen in einem Docker-Volume (in Coolify unter *Storages* des Services einsehbar). Nimm dieses Verzeichnis in dein bestehendes Backup auf dem VPS auf, falls du dort schon etwas wie restic/borg nutzt. + +Zusammen mit dem lokalen Klon auf deinem Mac existieren damit immer mindestens drei Stände des Codes. + +## 7. Aktuell halten + +- **Coolify:** zeigt verfügbare Updates im Dashboard an → einspielen. +- **Forgejo:** im Service das Image-Tag aktualisieren (bzw. *Pull latest image* + Redeploy). Forgejo veröffentlicht Sicherheits-Releases; einmal im Monat nachschauen genügt. +- **Betriebssystem:** erledigt `unattended-upgrades` aus Schritt 1. + +--- + +## Sicherheits-Checkliste (zum Abhaken) + +- [ ] SSH: nur Schlüssel-Login, kein Passwort-Login, Root-Login nur mit Schlüssel +- [ ] Firewall aktiv: nur 22, 80, 443, 2222 offen — 8000 und 3000 zu +- [ ] Coolify: eigene HTTPS-Domain, Registrierung aus, 2FA aktiv +- [ ] Forgejo: Registrierung aus, 2FA für Admin aktiv, nur hinter HTTPS erreichbar +- [ ] Automatische Betriebssystem-Updates aktiv +- [ ] Hetzner-Backups oder Snapshots aktiv +- [ ] SSH-Login vom Mac auf Server und `git push` einmal erfolgreich getestet